Entwurf zum Gesetz der CSR-Richtlinie

Update 09.03.2017: Gesetzes zur CSR-Richtlinie im Bundestag

Es geht um die Umsetzung der CSR-Richtlinie (Artikel von damals) der EU in deutsches Recht. Die Richtlinie verpflichtet bestimmte größere Unternehmen (sogenannte PIEs) dazu, ab 2017 über Nachhaltigkeits-Aspekte zu berichten.

referentenentwurf-csr-richtlinie

Aktuelles:

  • Am 09. März 2017 wurde das Gesetz zur CSR-Richtlinie vom deutschen Bundestag verabschiedet. Der Antrag der Fraktionen Bündnis 90 / Die Grünen und Die LINKE., der u. a. einen größeren Kreis Unternehmen eingeschlossen hätte, wurde nicht angenommen. Wir fassen das deutsche Umsetzungsgesetz in einem extra Artikel zusammen, sobald es vom Bundesrat am 31.03. abgestimmt wurde. (CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz)

Rückblick:

  • Am 15. Februar 2017 fand Sitzung des Bundestagsausschusses Recht und Verbraucherschutz statt, auf der das Umsetzungsgesetz verabschiedet werden sollte. Jedoch wurde der Beschluss verschoben.
  • 6. Dezember: Das Gesetz hätte nach Vorgaben der EU-Richtlinie heute umgesetzt werden müssen. Die Bundesregierung wollte zu dem Zeitpunkt die Verabschiedung noch im Januar schaffen.
  • Am 20. Oktober hat der Bundestag über den Regierungsentwurf debattiert. Bündnis 90/ Die Grünen, Die LINKE. und SPD kritisierten die schwache Umsetzung, die sogar hinter der Brüssler Vorgabe hinterher bliebe.
  • Am 21. September hat das BMJV den Regierungsentwurf zum CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz vorgelegt

Da die deutsche Umsetzung auf der Zielgeraden ist, wollen wir noch erklären, was diese Richtlinie für Unternehmen bedeutet und was aus dem Gesetz folgen wird.

WER IST BETROFFEN?

Sogenannte PIEs (public interest entities), also Unternehmen öffentlichen Interesses.

Wer das ist, wurde im Rahmen des Bilanzrichtlinien-Umsetzungsgesetzes im Juli 2015 geregelt.

Folgende Unternehmen:

who?

  • Unternehmen, die mehr als 500 Mitarbeiter haben

und mindestens eines der folgenden Kriterien erfüllen:

  • Sie sind börsennotiert
  • Sie sind ein Kreditinstitut
  • Sie sind ein Versicherungs-Dienstleister

Da in Deutschland einige große Unternehmen nicht börsennotiert sind, sollen diese durch die Erweiterungen eingeschlossen werden. Man denke an die ALDI GmbH & Co KG (über 250.000 Mitarbeiter) oder die coop eG (über 9.000 Mitarbeiter).

Im Rahmen der letzten Bundestags-Lesungen könnten die Punkte erneut aufgegriffen werden.

WAS IST ZU TUN?

Die betroffenen Unternehmen müssen ab dem Geschäftsjahr 2017 zu "nichtfinanziellen und die Diversität betreffenden Informationen" berichten. Das umfasst zahlreiche Bereiche der Unternehmenstätigkeit.

 

Zu folgenden Aspekten muss berichtet werden:

UmweltbelangeCSR-Report

Sozialbelange

Arbeitnehmerbelange

Achtung der Menschenrechte

Bekämpfung von Korruption

Bestechung

Lieferkette

Zu jedem der Aspekte muss ein Unternehmen folgendes berichten:

  1. Aktueller Stand / aktuelle Zahlen
  2. Risiken die von dem Aspekt ausgehen
  3. Ziele zur Verbesserung in dem Aspekt
  4. Konkrete Maßnahmen zur Erreichung der Ziele

Der Bericht wird anschließend gleichwertig zum Lagebericht des Unternehmens veröffentlicht. Dies erfolgt entweder integriert in den Lagebericht oder als eigenständiger CSR-Report.

EO-lawsWARUM DAS GANZE?

Die Frage nach dem Warum kann man von zwei Seiten betrachten.

Die Europäische Union…

...will damit Investoren den Zugang zu Nachhaltigkeits-Aspekten eines Unternehmens zugänglicher machen. Die Nachfrage nach "nachhaltigen Investments" (sogenannten SRIs) wird immer größer und durch die CSR-Berichterstattung nach festgelegten Aspekten werden Unternehmen (Investitionsobjekte) vergleichbarer. Als Zusatzeffekt soll sicher auch der Wettbewerb um Nachhaltigkeits-Engagement zwischen Unternehmen angekurbelt werden.

Betroffene Unternehmen…

...können aus der Pflicht eine Chance machen, indem sie sich ein Alleinstellungsmerkmal gegenüber Wettbewerbern schaffen können!

Zudem werden NGOs und Initiativen wie www.csr-benchmark.de die Berichte vergleichen, was durch die neue Richtlinie sogar leichter als zuvor ist.

Zusätzlich bedeutet eine (von der Richtlinie geforderte) Nachhaltigkeits-Strategie für viele Unternehmen das eigene Geschäft aus einem neuem Blickwinkel zu hinterfragen. Daraus haben sich schon viele kreative Lösungen und Weiterentwicklungen ergeben!

UND WAS MACHT plant values?

Wir begleiten Sie auf dem Weg zur Berichterstattung!

Das heißt, wir wissen welche Schritte zu gehen sind, um nicht nur Daten zu sammeln, sondern mit Ihnen wie gefordert Ziele und Maßnahmen aufzustellen. Wir lassen unser Wissen einfließen und suchen mit Ihnen den Weg, der Ihnen eine langfristige und glaubhafte Verfolgung des Themas ermöglicht.

Wir wollen also nicht, dass Sie für das Jahr 2017 nicht einfach irgendeinen Bericht haben. Wir wollen mit Ihnen die Basis legen, um die Folgejahre darauf aufzubauen und sich so dem Thema CSR widmen zu können, dass es Ihnen auch Marktvorteile schafft.

Toni KielOb Sie nun schon erste Nachhaltigkeits-Projekte angestoßen haben oder auf einem weißen Blatt Papier anfangen, wir haben unser Vorgehen so modularisiert, dass wir es ganz auf Ihren Status quo anpassen können. Außerdem liegt uns viel daran, Sie so intensiv zu begleiten, wie es für Sie am besten ist. Und wenn das heißt, dass wir die Ärmel hochkrempeln, aktiv und operativ bei Ihnen anpacken, dann tun wir das gern!

Wenn Sie Interesse an einem Angebot haben, schreiben Sie uns gern eine Mail:

t.kiel@plant-values.de