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Was gibt’s Neues 2016?

Was gibt's Neues 2016?

CSR-ReportUnternehmen sollten Vorbereitungen treffen für die "grüne Transparenz-Offensive"

Wie wir bereits hier berichtet haben, müssen bestimmte größere Unternehmen ab 2017 neue erweiterte Daten zu deren sozialen und Umweltauswirkungen veröffentlichen. Das Gesetz befindet sich gerade in der deutschen Umsetzung, weshalb noch nicht alle Details bekannt sind, einiges ist aber sicher:

 

 

  • Betroffen sind alle PIEs, also mindestens
    • Börsengelistete Unternehmen mit über 500 Mitarbeitern
    • Alle Kreditinstitute (*)
    • Alle Versicherungsunternehmen (*)
  • Im Gespräch sind auch nicht-gelistete Unternehmen (größere KMUs)
  • Es müssen erweiterte Daten veröffentlicht werden zu Umwelt-, Sozial- und Arbeitnehmerbelangen, zur Achtung der Menschenrechte und zur Bekämpfung von Korruption und Bestechung
  • Bei entsprechenden Unternehmen muss auch die Lieferkette betrachtet werden
  • Das Unternehmen muss für die genannten Kriterien die Risiken betrachten, Konzepte zur Verbesserung in dem Kriterium aufstellen und die Ergebnisse der Bemühungen beschreiben
  • Die Veröffentlichung geschieht entweder in einem gesonderten Bericht oder integriert in den Lagebericht des Unternehmens

* nach europäischem Recht fallen unter PIEs (publich interes entities) ALLE Kreditinstitute und Versicherer unabhängig davon, ob Sie handelbare Papiere emittiert haben oder nicht.

 

Für 2016 bedeutet das, dass die betroffenen Unternehmen bereits Vorbereitungen treffen müssen. Es muss sich damit beschäftigt werden, welche Auswirkungen das Unternehmen in den aufgezählten Bereichen hat und welche Maßnahmen es zur Verbesserung ergreifen will. Die Daten und Informationen müssen zusammengetragen und Konzepte erarbeitet werden. Dieser Prozess dauert gerade bei größeren Unternehmen eine ganze Weile. 2016 schon zu beginnen ermöglicht dabei einen gewissen Puffer und vor allem kann bereits ein Testlauf der zu veröffentlichenden Informationen gefahren werden. Man darf nicht vergessen, dass diese Informationen nun Kunden und Investoren zur Verfügung stehen und sehr sicher auf diversen Plattformen online gesammelt und bewertet werden.

Wir unterstützen bei der Vorbereitung und auch Erstellung eines solchen integrierten oder eigenständigen CSR-Reports und werden hier über die feineren Details der Gesetzgebung auf dem Laufenden halten.

COP21Die Klimakonferenz und warum deutsche Unternehmen für die Klimawende sind

Fast 2 Wochen lang, bis zum 12. Dezember, haben sich die Vertreter der Vereinten Nationen getroffen, um unseren künftigen Umgang mit dem Planeten zu besprechen. Die Klimakonferenz in Paris #COP21 war sogar für Skeptiker ein Erfolg, denn zum ersten Mal seit Jahren hat die Weltgemeinschaft sich auf gemeinsame und vor allem ambitionierte Ziele festgelegt, die die vom Menschen verursachte Klimabelastung deutlich senken soll.

Ebenso wichtig war wohl, dass wenige Tage nach COP21 viele europäische und auch deutsche Unternehmen den Paris Pledge for action gezeichnet haben, um ihre Bereitschaft zur Veränderung zu zeigen.

In Deutschland haben sich sogar 34 namenhafte Unternehmen wie adidas, ALDI, Unilever oder die Commerzbank zu einer gemeinsamen Pressemitteilung zusammengeschlossen und fordern von der Bundesregierung ambitionierte Rahmenbedingungen für eine Reduktion der CO2-Emissionen. Natürlich verfolgen die Unternehmen auch offensichtliche wirtschaftliche Interessen wie Planungssicherheit, allerdings werden einige der Unterzeichner auch große Schritte gehen müssen, um die eigenen Klimaauswirkungen zu reduzieren.

Was genau die Firmen fordern? Hier ein Ausschnitt:

  • Einen Klimaschutzplan 2050. Darin soll der oberste Zielwert des Zielkorridors von 80 bis 95 % Reduktion der Treibhausgasemissionen festgelegt werden.
  • Die Maßnahmen des deutschen Treibhausgasziels (minus 40% bis 2020) sollen geschärft werden.
  • Eine umfassende Verkehrswende, die Treibhausgas-Emissionen im Verkehrssektor bis 2050 um 95% verringern soll.
  • Eine (längst überfällige) Reform des EU-Emissionshandels, die die CO2-Zertifikats-Preise endlich investitionsrelevant macht.
  • Die Anhebung der Ziele zur Emissionsreduktion und Energieeinsparung der EU. Insbesondere ein Energieeffizienzziel von minus 40% bis 2030.

Wir sind gespannt, wie sich die deutschen Maßnahmen weiter entwickeln und werden darüber berichten, was das für Unternehmen und auch gerade für KMU bedeutet!

REACHMehr Unternehmen müssen die Kennzeichnung ihrer Produkte nach REACH prüfen

2007 wurde die Kennzeichnung chemischer Stoffe internationalisiert und unter der REACH-Verordnung vereinheitlicht. Seitdem haben viele, gerade größere Unternehmen die Kennzeichnung ihrer verwendeten Chemikalien umgestellt. Wichtiger ist aber noch, dass Lieferanten ihre gewerblichen Kunden informieren müssen, wenn Besorgnis erregende Stoffe (SVHCs) in dem Produkt einen Schwellenwert von 0,1 Masseprozent überschreitet.

Die Neuigkeit ist nun, dass der Europäische Gerichtshof entschieden hat, dass der Schwellenwert nicht mehr für das komplette Erzeugnis sondern für die Teilerzeugnisse gilt. Musste eine komplette Getränkeflasche bisher ggf. nicht ausgewiesen werden SVHCs zu enthalten, so kann dies nun der Fall sein, wenn z.B. nur der Schraubdeckel den Schwellenwert überschreitet.

Damit steigt natürlich der bürokratische Aufwand und mehr Unternehmen (insbesondere KMU im B2B-Geschäft) müssen ihre Erzeugnisse prüfen.

KMU finden hier einen hervorragenden Überblick über Chemikaliensicherheit und Kennzeichnung, zusammengestellt von der Europäischen Chemikalien-Agentur.

green-investGrüne Investments (SRIs) attraktiv für Anleger und Unternehmen

Kein Thema, das durch strikte Neuerungen in diesem Jahr auffällig wird, aber seit einigen Jahren stark an Bedeutung gewinnt. Deswegen wollen wir hier zumindest dafür sensibilisieren, was grüne Investments sind und warum Unternehmen und Anleger darüber Bescheid wissen sollten.

Wir werden in den kommenden Wochen noch einen ausführlicheren Artikel zu SRIs veröffentlichen aber hier wollen wir trotzdem bereits die Kernaussagen aufgreifen.

Was ist ein SRI?

Ein "grünes Investment" oder besser SRI (social responsible investment - sozial verantwortungsvolles Investment) heißt, dass die Geldanlage soziale und ökologische Kriterien erfüllen muss. Man unterscheidet folgende: Core SRIs, bei denen nur in Unternehmen investiert wird, die in meist maximal ein oder zwei Aspekten negativ auffallen dürfen. Beim Core SRI wird dann z.B. "toleriert", dass der Energieverbrauch zu hoch ist, falls absehbar ist, dass an der Verbesserung gearbeitet wird. Hingegen werden bei Broad SRIs ein wenig pauschaler bestimmte Branchen (Rüstungsindustrie), Geschäftsfelder (Massentierhaltung) oder Unternehmen (durch Skandale auffällige) ausgeschlossen. Core SRIs definieren das Portfolio also einschließend, Broad SRIs hingegen ausschließend.

Interessant für Anleger und Investoren

SRIs sind attraktiv für langfristigere Geldanlagen, was vielen Anlegern wichtiger wird und gerade auch für große Investoren wie Versicherer notwendig ist. Es hat sich über die Jahre gezeigt, dass SRIs stabiler und krisensicherer sind (Studie). Das liegt in der Natur der Sache, da in Unternehmen investiert wird, die gesellschaftlich aktuell und absehbar gut angesehen sind. Shitstorms, Absatzeinbrüche und Rechtsverletzungen werden sozial und ökologisch engagierten Unternehmen bedeutend seltener widerfahren.

Aus dieser Motivation heraus wächst der Markt an SRIs seit Jahren. Die Renditen steigen und auch die Auswahl wird immer größer (Quelle)

Interessant für Unternehmen

Wer nun eins und eins zusammen zählt, stellt fest, dass es entsprechend auch für Unternehmen immer interessanter wird, als SRI zu gelten. Das heißt, wer seine Nachhaltigkeits-Bemühungen ausbaut, kann in entsprechende Fonds aufgenommen oder in Verzeichnissen (Verzeichnisse) gelistet werden.

Dass dies eine ernstzunehmende Finanzierungsquelle ist, zeigt repräsentativ auch das enorme Wachstum sozialer, ökologischer, ethischer und ähnlicher Banken von rund 52% allein im letzten Jahr gemessen an den Einlagen (Quelle: Marktbericht Nachhaltige Geldanlagen).

Neben Konsumenten macht sich auch hier wieder die EU und damit die Bundesregierung Gedanken über künftige Entwicklungen. Das UNEP beschäftigt sich seit diesem Jahr besonders intensiv mit einem Finanzsystem, das Nachhaltigkeit fördert. Neben diesem Vorhaben zielt die CSR-Richtlinie zur Veröffentlichung von Informationen zur Nachhaltigkeit genau darauf ab, dass Investoren und Anleger Unternehmen ab 2017 neben reinen Markt- und auch nach Nachhaltigkeits-Informationen bewerten können.

Insgesamt also ein spannendes Thema, das sowohl für Unternehmen als auch Anleger interessant ist und immer interessanter wird. Wir werden weiter darüber berichten!

Supply-ChainDie Bundesregierung diskutiert über Verantwortung in der Lieferkette - Was heißt das für Unternehmen?

Die Bundesregierung hat 2014 begonnen darüber zu diskutieren, welche Verantwortung Unternehmen für ihre Lieferkette haben und haben sollen. Themen wie Kinderarbeit in Abbaugebieten, gefährliche Stoffe in der Textilverarbeitung oder Regenwald-Rodung für Landwirtschaft beeinflussen nicht nur Kunden in der Kaufentscheidung sondern sollen nun auch politisch geregelt werden.

Am 03. Dezember hat nun das letzte Plenum zur Diskussion mit Experten stattgefunden und 2016 wird das Bundeskabinett den Aktionsplan verabschieden.

Möglicherweise bedeutet das für Unternehmen nur eine freiwillige Verpflichtung. Im aktuellen Rahmen der CSR-Richtlinie, dem Aktionismus nach der Pariser Klimakonferenz und den anstehenden europäischen Bemühungen ist aber auch eine zumindest niederschwellige Verpflichtung für Unternehmen gut möglich.

Wer sich mit seiner Verantwortung für die eigene Lieferkette (präventiv) beschäftigen möchte, kann auf der Seite des respACT nachsehen oder sich natürlich unverbindlich an uns wenden.

Hier gibt es zudem Zahlen zur Nachfrage fairen Handels

SAENAEnergieeffizienznetzwerk Sachsen

In Sachsen bildet sich gerade ein Unternehmensnetzwerk zu Energieeffizienz unter der Koordinierung der vom Freistaat initiierten Sächsischen Energie-Agentur SAENA. Warum das spannend ist? Energieeffizienz spielt bei absehbar steigenden Energiepreisen eine große Rolle und kann bares Geld sparen. Das gelingt oftmals bereits ohne große Investitionen. Außerdem stehen große Fördertöpfe für Beratung und Umsetzung zu Energieeffizienz zur Verfügung, die nicht einmal komplett ausgeschöpft werden. Nach Angaben der SAENA haben die meisten sächsischen KMU Energie-Einsparpotentiale von rund 25%.

Das Netzwerk bietet die Möglichkeit zum Austausch über Energieeffizienz und den Kontakt zu Partnern, die auf dem Weg zur Energieeffizienz unterstützen.

Wir finden, dass dieses Netzwerk eine großartige Möglichkeit ist, das eigene Unternehmen mit einfachen Mitteln effizienter zu machen und unterstützen das Energie-Effizienz-Netzwerk daher.

Hier gibt es ausführlichere Informationen