Soziales EngagementZukunftsstadt2030

Workshop “Social Entrepreneurship”

Workshop "Social Entrepreneurship"

"Soziales was?" fragt sich vielleicht der ein oder andere. Man könnte sagen, soziales Unternehmertum ist, wenn es nicht nur auf die Größe ankommt. Die Größe des Gewinns…

Es beschreibt, dass ein Unternehmer / ein Unternehmen Wert darauf legt, wie man mit dem eigenen Geschäft einen positiven gesellschaftlichen Einfluss ausübt. Wir haben uns in einem Workshop mit dem Thema beschäftigt und daher rührt dieser Beitrag.

Nach dem erfolgreichen ersten Workshop der Reihe Rolle von Unternehmen in der Zukunftsstadt Dresden haben wir uns nun dem Thema Social Entrepreneurship in Dresden gewidmet. In einem Workshop-Format namens World Café haben wir gemeinsam in drei Runden zuerst aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen in Dresden behandelt, anschließend über Finanzierungsmöglichkeiten und Anreize diskutiert und abschließend 6 echte Konzepte entwickelt, die Unternehmertum und gesellschaftliche Verbesserungen verbinden.

Wir haben im gesamten Workshop zwei Arten von Social Entrepreneurship behandelt:

Social Start Ups, die sich neu gründen mit dem Hauptziel eine gesellschaftliche Verbesserung einzuleiten. Für sie besteht meist die Frage, wie sich das Geschäftsmodell finanzieren soll.

Bestehende Unternehmen, die sich stärker gesellschaftlich engagieren wollen. Hier lag der Fokus darauf, welche Anreize für sie besteht, dieses Engagement durchzuführen.

Wer also mehr über fahrscheinloses Fahren in Dresden, neue Quartier-Laden-Modelle oder Gemeinschaftshäuser lesen will, der schaut auf unsere kommenden Blogbeiträge.

Was mit den Ergebnissen passiert?

Als kleinen Appetizer haben wir weiter unten bereits die Grobergebnisse der ersten zwei Runden aufgeführt. Diese sind noch relativ lose und nicht weiter verarbeitet. Wir werden uns dann in der nächsten Zeit konkreteren Punkten widmen, diese aufarbeiten und als neue Blog-Einträge veröffentlichen. Als kleines Highlight werden dann auch die Konzepte vorgestellt, die in der dritten Runde erarbeitet wurden.
Wir wollen damit Interessierten und Unternehmen einen Einblick in das Thema geben und vielleicht auch Anreize setzen, selbst ein Social Start Up zu gründen oder als Unternehmen mehr gesellschaftliches Engagement zu zeigen.
Als kleinen Appetizer haben wir weiter unten bereits die Grobergebnisse der ersten zwei Runden aufgeführt. Diese sind noch relativ lose und nicht weiter verarbeitet. Wir werden uns dann in der nächsten Zeit konkreteren Punkten widmen, diese aufarbeiten und als neue Blog-Einträge veröffentlichen. Als kleines Highlight werden dann auch die Konzepte vorgestellt, die in der dritten Runde erarbeitet wurden.
Wir wollen damit Interessierten und Unternehmen einen Einblick in das Thema geben und vielleicht auch Anreize setzen, selbst ein Social Start Up zu gründen oder als Unternehmen mehr gesellschaftliches Engagement zu zeigen.

Wir wollen hier auch noch gleich eine kleine Dankesrunde einbauen:

Danke an Norbert Rost für die Koordination der städtischen Initiative zu Dresden als Zukunftsstadt2030. An Friedl Peterson alias KUMO als visuelle Begleitung mit Stift und Leinwand. An Johannes Wagner als fleißigen Fotografen. An die Sparkasse Dresden dafür, dass wir den ZEITRAUM nutzen konnten. Und auch wieder an alle Teilnehmer für den unerschöpflichen Input! Natürlich auch danke an unsere Referenten und vertretenen Unternehmen washabich, Quartiermeister, die Ostsächsische Sparkasse Dresden, den Elbtaler, thinkworx und die TU Dresden!

Und hier bereits die Grobergebnisse!

Wir haben in den ersten beiden Runden Fragen gestellt, die mögliche Ziele eines Social Entrepreneurs und Finanzierungsmöglichkeiten diskutierten. Zu jeder Runde haben wir für unsere Grobauswertung zwei Kategorien gebildet:

Runde 1: Herausforderungen in Dresden

Herausforderungen in Dresden

Konzepte

Generationenfragen

  • Nachfolge in Unternehmen und Interesse an vorherigen Entwicklungen
  • Kommunikation der Generationen untereinander
  • Schwierigkeiten in der Pflege (zu wenig Personal, schlechte Betreuung, zu wenig Geld,…)
  • Aktivere Integration älterer Menschen ins aktuelle Geschehen
  • Arbeitsmöglichkeit für Ältere und Bremsen der Folgen demographischen Wandels



  • Verknüpfung Vorschule und Altersheim
  • Neue Maßnahmen, um ein Unternehmen für die "Generation Y" attraktiv zu machen
  • Viele weitere Punkte aus den Ergebnissen des ersten Workshops im Teil "Beschäftigung Älterer"

Integration von Randgruppen

  • Integration von "Outgroups" in gesellschaftliche und wirtschaftliche Strukturen (Flüchtlinge, Obdachlose, Behinderte,...)
  • Integrationsversuche müssen stärker sowohl wirtschaftlich und sozial als auch kulturell erfolgen
  • Knapper Wohnraum für Outgroups



  • Bessere und vermehrte Ausbildung von Street Workern und Sozialarbeitern, welche den stärkeren Bezug zu den entsprechenden Gruppen haben
  • verbesserte Kommunikation zu Betroffenen über die von ihnen genutzten Kanäle
  • Patenschaften: bspw. ein Pate im Unternehmen für einen Praktikanten mit Migrationshintergrund. Dies geht über reine Anleitung bei der Arbeit hinaus
  • Verstärkter sozialer Wohnungsbau, ggf. auch durch neue Modelle wie die Finanzierung durch ein Partnerunternehmen

Bildung und Aufklärung

  • Jugendbildung außerhalb der Schule intensivieren und den Jugendlichen Inhalte zu gesellschaftlichen Themen oder Unternehmenswirken näher bringen
  • Erwachsenenbildung attraktiver machen und gesellschaftlich verankern
  • Mangelhaftes Verständnis von externen Effekten (Umweltverschmutzung etc.)



  • Bildungsinitiativen zu externen Effekte (Umweltverschmutzung etc.) und zum Thema Nachhaltigkeit
  • Studenten helfen Hauptschülern
  • Familienberatung
  • Verstärkt Bildungsangebote durch Unternehmen auch für Nicht-Mitarbeiter

Wettbewerbsfähigkeit Dresdens

  • Abwanderung junger Menschen



  • Verstärkte Orientierung lokaler Unternehmen an den Wünschen der Absolventen und der jungen Menschen generell

(Soziales) Unternehmertum

  • Das Konzept von Social Entrepreneurship muss Gesellschaft und Unternehmen näher gebracht werden
  • Gründungsangst (auch in Social Entrepreneurship)

  • Verknüpfung Vorschule und Altersheim
  • Förderung der Bildung von gGmbHs
  • soziale Unternehmen sollten vergünstigte Beratungen und Hilfestellungen bekommen
  • Vernetzung von sozialen Unternehmen untereinander
  • Einführung von Labels (sowohl unternehmens- als auch produktbasiert), die das soziale Engagement oder die gesellschaftlichen Auswirkungen widerspiegeln

Regionalität

  • zu wenige regionale Lebensmittel
  • Versorgung von Nachbarschaften mit kleinen Wirtschaftskreisläufen / Zusammenspiel Stadt-Land
  • regionale Kommunikation: Behörden, Initiativen und Unternehmen sind zu wenig vernetzt



Nachbarschaften

  • Mehr Platz für Begegnungen / Straßenleben schaffen
  • Veranstaltungsräume zur Verfügung stellen
  • Stadtteile innerhalb und übergreifend stärken/verbinden
  • Bürgerengagement stärken



  • Kinder sind starke Botschafter zur Verbindung der Stadtteile
  • öffentliche Sportplätze mit Geräten für Erwachsene
  • mehr Gemeinschafts-Orte in jedem Viertel: "Eckgeschäfte" als Basis für ein intensives Nachbarschafts-Netzwerk
  • hyperlokales Netzwerk als facebook-Pendant für die Nachbarschaft
  • Wohnprojekte fördern
  • Wohnungs-Sharing
  • mehr Lagerräume, Werkstätten
  • Gestaltung von öffentlichen Plätzen mit der Ausrichtung, realer Treffpunkt zu werden

Saubere Stadt

  • Luftverschmutzung und Lärm
  • Abfallreduktion / Recycling



  • Städtische Grünflächen nutzen und gezieltes Flächenmanagement
  • Anreize schaffen, um den Individualverkehr zu minimieren
  • Upcycling als neuen Wirtschaftszweig etablieren
  • Shareconomy leben und mehr Dinge des Alltags (Werkzeuge, Autos,…) teilen statt sie selber zu besitzen
  • Positivbeispiel "Große Emma" in Meißen, bei dem sich 8 Dienstleister die Räumlichkeiten zeitlich teilen

Umweltfreundliche Mobilität

  • Reduktion der Umweltauswirkungen des städtischen Verkehrs
  • Verminderung des Verkehrsaufkommens



  • Fahrradverkehr fördern
    • Bike-Sharing (wie z.B. SZ-Bikes) ausbauen und attraktiver machen
    • Beispiel Wien: die erste Stunde fahren ist kostenlos
  • Kostenloser ggf. steuerfinanzierter ÖPNV
  • Elektro-Autos
  • Carsharing
    • freie Nutzung der städtischen Dienstwagen am Wochenende

Runde 2: Anreize für bestehende Unternehmen

 

1

Anreiz über Mitarbeiter

  • Soziales Engagement erhöht die Bindung der Mitarbeiter an das Unternehmen, steigert die Motivation und die Identifikation mit dem Arbeitgeber
  • Wenn das Management soziales Engagement vorlebt, verbindet das mit den Mitarbeitern und sie sind selbst motivierter, sich zu engagieren. So wird viel eher eine "Familie" gebildet
  • Volunteer Days sind Tage, an denen Mitarbeiter freigestellt werden, um außerhalb des Unternehmens gemeinnützig aktiv zu werden. Gerade wenn ein Unternehmen das Volunteering zentral organisiert, trägt das enorm zur Gemeinschaftsbildung im Unternehmen bei
  • Positivbeispiele einiger Unternehmen:

 

2

Öffentliche Unterstützung

  • Gewinnminderung durch Investition in soziale Projekte und Steuervorteil
  • Die Kommunen sollten Unternehmens-Engagement vorher (durch einen Zuschuss) UND danach (erfolgsbasiert) honorieren
  • Verstärkte Förderung der Corporate Social Responsibility:
  • In einigen Fällen bietet die Gründung einer Stiftung enorme Vorteile, um soziales Engagement eines Unternehmens mit finanziellen Vorteilen zu verbinden

 

3

Image

  • Soziales Engagement und die aktive Publikation dessen kann Unternehmen in einigen Bereichen ganz neue Märkte erschließen. Gerade die sogenannten LOHAS sind eine stetig wachsende Käuferschaft, die neben Produktqualität und -herkunft auf die Tätigkeit des Unternehmens achtet
  • Label für soz. Engagement (unternehmens- oder auch produktbezogen)
  • Unternehmen können für gewisse Produkte einen freiwilligen Aufschlag anbieten, welcher dann in soziale oder Umweltprojekte investiert wird. Damit wird soziales Engagement gelebt, welches dem Kunden einfach präsentiert werden kann

 

4

Finanzierung durch Dritte

  • Wenn Unternehmen aktiv Spenden einsammeln (von Kunden, Geschäftspartnern, Stakeholdern), können diese zur Umsetzung von Projeken eingesetzt werden, die dem sozialen Engagement dienen
  • Aus Kooperationen mit Krankenkassen, Versicherern oder (teil-)staatlichen Institutionen können beidseitige Anreize geschaffen und das Engagement des Unternehmens finanziert werden

Runde 2: Finanzierungsmöglichkeiten für Start-Ups

 

1

Gemeinnützigkeit

 

2

Fördermittel

  • Es bestand ziemlich große Einigkeit darüber, dass Fördermittel vor allem der Startfinanzierung von Social Start Ups dienen sollten. Nach der Anfangsphase sollte ein sich selbsttragendes Geschäftskonzept etabliert worden sein. Würde sich ein Social Start Up dauerhaft über Fördermittel finanzieren, hätte das einerseits wenig mit Unternehmertum zu tun und andererseits sollten zusätzliche Mittel zur Verbesserung gesellschaftlicher Situationen aus dem Wirtschaftskreislauf genutzt und nicht aus Steuergeldern finanziert werden.
  • Mögliche Förderungen und wünschenswerte künftige Angebote durch öffentliche Stellen:
  • Steueranreize bei Gewinnverwendung für soziale Projekte
  • Steuerliche Erleichterungen für den Betrieb des Social Start Ups
  • Förderung durch die Stellung von Raum / Immobilien / Kindergartenplätzen und anderen kommunalen Gütern

 

3

Eigenfinanzierung

  • Finanzierung des Engagements über Cash Cows
    • Einige Produkte / Dienstleistungen erzielen Gewinne, die genutzt werden können, um die gesellschaftliche Verbesserung voranzutreiben
    • Das Paradebeispiel Quartiermeister war sogar zum Workshop dabei
  • Durch Freiwillige und Mitglieder
    • Freiwillige haben die Möglichkeit, im Social Start Up mitzuarbeiten. Zunächst geschieht das ohne Lohn, jedoch werden die Arbeitszeiten aufgenommen und der Freiwillige wird später, wenn die Unternehmung sich selbst trägt, anteilig vergütet.
    • Für einige Modelle ist ein Mitgliedsmodell umsetzbar, wobei die Mitglieder einen Beitrag zahlen, der das Grundgeschäft sichern kann
    • Genossenschaften sind ebenfalls gute Möglichkeiten, einer Gruppe Engagierter oder Kunden sowohl Teilhabe als auch Mitbestimmung zu sichern. Das Social Start Up wiederum kann damit gerade Startkapital gut einnehmen
  • Einnahmen aus Verkauf/Dienstleistungen
    • Besonders kreative Unternehmungen schaffen es direkt mit dem Produkt einen positiven gesellschaftlichen Beitrag umzusetzen.
    • CUCULA zum Beispiel beschäftigt Flüchtlinge zur Herstellung von Designermöbeln aus alten Paletten. Damit werden sowohl gebrauchte Ressourcen erneut genutzt als auch die Integration der Flüchtlinge vorangetrieben. Das Engagement finanziert sich dabei selbst aus dem Verkauf der Möbel
  • aus "added values" (generiertes Wissen aus Veränderungen nutzen, Zugang, Kontakte)
  • nicht-monetäre Finanzierung
    • "Kunst fördert": Ein Beispiel wäre, dass jeder Spender/Förderer ein Gedicht oder ein kleines Gemälde bekommt
    • Etliche Beispiele dafür finden sich auf der Crowdfunding-Plattform startnext
  • Querfinanzierung der Miete für Geschäftsräume
    • Wenn das Social Start Up Hauptmieter einer Bürofläche ist, kann ein Teil der Fläche an andere Unternehmen vermietet werden, um die Miete zu großen Teilen zu tragen. Dabei ist die ehrliche Kommunikation gegenüber den Untermietern eine wichtige Komponente
    • regelmäßige Vermietung als Konferenzraum / Party-Location / sonstige Nutzung
    • Finanzierung durch Parallelbetrieb eines einfachen Cafés
  • geringere Gründungskosten durch Vernetzung von sozialen Unternehmen
  • Finanzierung über Werbung. Dabei ist es wichtig, dass die Werbenden und deren Produkte zu der Ausrichtung der Unternehmung passen
  • Bußgeld-Marketing

 

4

Drittfinanzierung

  • Spenden können als Zuschuss für extra Projekte eingeworben werden
  • Unternehmen können als Partner gewonnen werden. Diese finanzieren (einen Teil) des Engagements des Social Start Ups (Sponsoring) und dieses bietet dem Unternehmen wiederrum andere Anreize.
  • Crowdfunding
  • Kredite (durch Banken)
  • durch Stiftungen